01. August 2022 / 13:03 Uhr

"Das wird ganz, ganz eng": Wie Franz das Pokal-Duell seiner Ex-Klubs Magdeburg und Frankfurt einschätzt

"Das wird ganz, ganz eng": Wie Franz das Pokal-Duell seiner Ex-Klubs Magdeburg und Frankfurt einschätzt

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Profi Maik Franz (Mitte) blickt auf das Pokal-Duell seiner beiden Ex-Klubs Magdeburg und Frankfurt.
Ex-Profi Maik Franz (Mitte) blickt auf das Pokal-Duell seiner beiden Ex-Klubs Magdeburg und Frankfurt. © IMAGO/HJS/Langer/Jan Huebner (Montage)
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Jetzt wird es ernst für Eintracht Frankfurt. Nach einer guten Vorbereitung stehen die Hessen beim 1. FC Magdeburg vor einem kniffligen Saisonauftakt im DFB-Pokal. Ex-Profi Maik Franz spricht im SPORTBUZZER-Interview über das Duell seiner beiden Ex-Klubs.

Im Stile eines Champions will Eintracht Frankfurt die schwere Pokal-Hürde beim 1. FC Magdeburg nehmen und die Weichen für eine gelungene Saison mit dem erstmaligen Start in der Königsklasse als Highlight stellen. Es ist das Duell des Europa-League-Gewinners beim Zweitliga-Aufsteiger an diesem Montag (20.46 Uhr/ARD und live bei WOW TV [Anzeige]). Ex-Profi Maik Franz spricht im Interview mit dem SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), über das Spiel seiner Ex-Klubs Magdeburg und Frankfurt.

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SPORTBUZZER: Herr Franz, Sie haben beim 1. FC Magdeburg den Sprung zu den Profis geschafft und für Eintracht Frankfurt 54 Pflichtspiele bestritten. An diesem Montag treffen ihre beiden Ex-Klubs im DFB-Pokal aufeinander. Welche Erinnerungen habe Sie an Magdeburg und Frankfurt?

Maik Franz: Das fühlt sich an wie schwarz-weiß Fernsehen, wenn ich jetzt darüber spreche. In meiner ersten Saison in Magdeburg haben wir Köln, Bayern und Karlsruhe im Pokal rausgehauen. Danach sind wir knapp an Schalke gescheitert. Das war eine richtig tolle Saison, in der ich mich in den Fokus von anderen Vereinen spielen konnte. Bei der Eintracht durfte ich dann das erleben, wovon alle so schwärmen – die Frankfurter Fanszene. Ich hatte auch als Spieler ein gutes Standing dort und richtig viel Spaß.

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2. Liga gegen Bundesliga: Für viele ist es das Top-Spiel der ersten Pokal-Runde. Was erwarten Sie von dieser Partie?

Das wird ganz, ganz eng. Magdeburg steckt voller Euphorie und konnte alles aus dem Aufstiegsjahr auch mit in die neue Saison nehmen. Sie haben einen Flow, der durch Trainer Christian Titz eingeleitet wurde. Und für Frankfurt ist es wie für alle anderen Favoriten in so einer Konstellation - es ist ein Flutlichtspiel in einem Hexenkessel. Ich kann mir gut vorstellen, dass es bis ins Elfmeterschießen geht. Wenn die Eintracht den Pokal aber so annimmt wie die Europa League in der vergangenen Saison, wird es ganz schwer für Magdeburg.

Weil Sie den Titel in der Europa League schon ansprechen: Wie haben Sie die letzte Spielzeit der Eintracht erlebt?

Das war einfach unbeschreiblich. Alles, was ich jetzt sage, wird dem Geleisteten nicht gerecht. Die Spieler haben sich zu lebenden Legenden gemacht. Das alles verbunden mit dem Einzug in die Champions League war gigantisch. Aber man muss natürlich auch sagen, dass die Eintracht in der Liga weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

In der kommenden Saison soll es für die SGE auch in der Bundesliga besser laufen. Wie sehr helfen dabei die Transfers von Mario Götze und Co.?

Es kommt oft überhaupt gar nicht darauf an, dass man die besten Individualisten hat. Man braucht eine Einheit. Und wenn man in dieser dann Spieler wie Mario Götze oder Lucas Alario auf ihr Top-Level bekommt, hilft das natürlich weiter. Mario ist ein Unterschiedsspieler. Vor ein paar Jahren war so ein Transfer für die Eintracht nicht denkbar.


Die Eintracht hat mit Martin Hinteregger aber auch eine wichtige Stütze verloren. Sie können die Situation in der SGE-Defensive als ehemaliger Verteidiger bestimmt gut einschätzen…

Hinteregger ist ein Spieler, der der Eintracht natürlich fehlen könnte. Aber es wird der nächste Spieler kommen, der dem Publikumsliebling und seiner Spielweise ähneln wird. Für die Fans ist es natürlich ärgerlich, weil sich Hinteregger sehr mit ihnen identifiziert hat. Das gibt es nicht mehr so oft.

In Magdeburg ist man weit entfernt von solchen Namen, aber auch auf einem guten Weg. Wie sind Ihre aktuellen Eindrücke?

Das ist schon alles zweitligatauglich. Es war beeindruckend, was der Verein in der 3. Liga abgerockt hat. Und dann waren auch die beiden ersten Spiele echt gut in der 2. Liga. Mit ihrem Selbstvertrauen können sie ihren Spielstil mit der offensiven Ausrichtung und dem ständigen Pressen gut durchziehen. Ich bin gespannt, was mal in einer Phase passiert, wenn es nicht so läuft. Aber insgesamt ist es ein toller Ansatz von Christian Titz, der gut funktioniert, wenn die Jungs ihn fressen und daran glauben.

Wird sich der 1. FCM auf lange Sicht in der 2. Liga etablieren?

Ich würde es ihnen wünschen. Magdeburg liegt in einer fußballbegeisternden Region und ist eine Sportstadt. Es gibt hier neben den Fußballern noch die Bundesliga-Handballer und den Olympia-Stützpunkt. Dass mit Intel jetzt ein weltweiter Big-Player seine Europa-Zentrale in Magdeburg baut, könnte auch für den 1. FCM eine große Chance sein.