14. August 2022 / 20:44 Uhr

Eklat um Wutattacke gegen Conte: Chelsea-Trainer Tuchel erklärt wüsten Zoff im London-Derby

Eklat um Wutattacke gegen Conte: Chelsea-Trainer Tuchel erklärt wüsten Zoff im London-Derby

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Chelsea-Coach Thomas Tuchel und Tottenham-Trainer Antonio Conte sorgten nach dem Abpfiff des London-Derbys für unschöne Szenen.
Chelsea-Coach Thomas Tuchel und Tottenham-Trainer Antonio Conte sorgten nach dem Abpfiff des London-Derbys für unschöne Szenen. © IMAGO/PRiME Media Images (Montage)
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Das London-Derby zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur hatte es nicht nur sportlich in sich. Während und nach der Partie gerieten die Trainer Thomas Tuchel und Antonio Conte aneinander und sahen jeweils die Rote Karte. Tuchel wütete im Nachgang auch gegen den Schiedsrichter.

Thomas Tuchel hat wegen eines wüsten Zoffs mit Antonio Conte nach dem 2:2 (1:0) seines FC Chelsea gegen die Tottenham Hotspur wie sein Trainerkollege die Rote Karte gesehen. Als sich beide nach dem Schlusspfiff die Hände gaben, ließen sie sich zunächst nicht los, schrien sich gegenseitig an und mussten voneinander getrennt werden. Das Festhalten schien von Tuchel auszugehen.

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"Ich habe gedacht, dass man sich in die Augen schaut, wenn wir uns die Hände schütteln, aber er hatte eine andere Meinung", sagte Tuchel anschließend über den Auslöser für den Tumult. Dass beide Rot sahen, sei aber "nicht notwendig" gewesen, meinte der frühere Bundesliga-Coach. "Aber viele Dinge waren heute nicht notwendig. Eine weitere schlechte Entscheidung des Schiedsrichters." Schon während der Partie waren Tuchel und Conte aneinandergeraten und wurden verwarnt. "Wir sind emotionale Trainer an der Seitenlinie, das ist alles. Das ist das Spiel, das ist Premier League und wir lieben es. Es ist kein Problem, es ist während eines Fußballspiels zwischen Männern und zwei Gegnern, es ist nichts Schlimmes passiert", sagte Tuchel.

Für Chelsea war es in der englischen Premier League am zweiten Spieltag der erste Rückschlag. Der englische Nationalspieler Harry Kane traf in der sechsten Minute der Nachspielzeit für die Spurs. Als Reece James in der 77. Minute den vermeintlichen Siegtreffer für Chelsea erzielte, sprintete und hüpfte Tuchel jubelnd die Seitenlinie entlang. "Ich dachte mittendrin, ich sollte es nicht tun. Es tut mir leid, manchmal überkommt ein Spiel einen komplett und das hat das Spiel heute getan", erklärte der Chelsea-Coach: "Klar wusste ich, dass das den Gegner ärgern kann, aber sie haben das Gleiche getan, als sie ausgeglichen haben. Es ist nichts Großes."

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Tuchel: "Beide Gegentore dürfen absolut nicht zählen"

Neuzugang Kalidou Koulibaly (19.) hatte für Chelsea zum 1:0 getroffen, der frühere Bayern-Profi Pierre Emile Højbjerg (68.) sorgte für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich der Spurs. "Sorry, dass ich das sagen muss, aber beide Gegentore dürfen absolut nicht zählen. Es gibt nur ein Team das verdient hat zu gewinnen, das sind wir", erklärte ein aufgebrachter Tuchel weiter. Zum einen monierte der 48-Jährige die uneinheitliche Linie des Schiedsrichters, zum anderen das aus seiner Sicht irreguläre Zustandekommen beider Tottenham-Tore. "Vor dem ersten Tor ist es ein klares Foul an Kai Havertz. Später ist es klares Abseits von Richarlison. Er steht in der Schusslinie, Edu (Torhüter Edouard Mendy, Anm. der Redaktion) konnte den Ball nicht sehen."

Da der Treffer im Anschluss vom Videoschiedsrichter zwar überprüft, jedoch nicht für irregulär befunden wurde, motzte Tuchel weiter: "Es wird gecheckt und nichts passiert. Da braucht man nicht mehr zu checken. Es ist lächerlich", so die klaren Worte des ehemaligen BVB-Trainers.

Seinen eigenen Spielern wollte der Coach indes keine Vorwürfe machen. "Wir waren absolut brilliant", analysierte Tuchel: "Ich bin der glücklichste Trainer der Welt, weil wir ein fantastisches Spiel gemacht und 90 Minuten dominiert haben." Für seine Profis tue es ihm leid. "Es war eine Toptoptop-Performance, alle können stolz sein", erklärte Tuchel. Mit vier Punkten aus zwei Partien liegt Chelsea zwei Zähler hinter Meister und Tabellenführer Manchester City – punktgleich mit Tottenham.